» Christine Reuner, April 2010

Seit meiner Kindheit träumte ich davon, reiten zu lernen. Etwa 50 Jahre lang beneidete ich Menschen, die auf Pferden saßen. Das muss ich nun nicht mehr. Im "zarten" Alter von 55 Jahren hatte ich meine erste Reitstunde.

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Das pädagogische Konzept, den Unterricht so zu gestalten, dass immer Grund besteht, das Pferd zu loben, gilt gleichermaßen für die Reiterin. In meinem Fall ist das sehr angenehm, weil mein körperliches Selbstvertrauen bis dahin nicht gut entwickelt war. Positive Verstärkung finde ich da sehr hilfreich.

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Meine Entscheidung, als ziemlich alte Reitanfängerin eine Lehrerin mit therapeutischer Ausrichtung zu wählen, hat sich als absolut richtig erwiesen. Julia, wie ihre Schwester Joana, sind geduldig mit mir. Ich lerne nicht mehr so schnell und reagiere langsamer als es wahrscheinlich Kinder tun. Damit können beide bestens umgehen. Beide achten darauf, dass ich mir Zeit nehme, "im Sattel auf dem Pferd anzukommen". Die Themen "Balance" ebenso wie "Erdung", die mich vom Tai Chi her begleiten, werden hier fortgesetzt. Beständig wird auf Lockerheit im Hinblick auf Durchlässigkeit und Losgelassenheit geachtet.

Ich fühle mich wohl bei dem Gedanken, dass der Fokus immer auf das Wohlbefinden der Pferde gerichtet ist. Hatte ich mir bislang keine Gedanken über Pferdehaltung gemacht, ist mir nun klar, welche Rolle diese spielt. Das artgerechte Leben in der Gruppe bietet mir auch die Möglichkeit, das Verhalten der Pferde untereinander zu beobachten. Es fasziniert mich.

Inzwischen sind drei Jahre vergangen. Ich erlebe, dass Reiten nicht nur bedeutet, sich angemessen auf einem Pferd zu halten. Es ist erheblich mehr. Ich habe viel über das Wesen der Pferde, speziell natürlich der Isländer, gelernt und lerne ständig weiter. Ich erlebe ihre Persönlichkeit und - bei allen arttypischen Verhaltensweisen - individuellen Eigenheiten.

Auf meine Fragen erhalte ich stets fundierte Antworten. Der Umgang mit Pferden ist für mich etwas ganz Besonderes, eine verlässliche Kraftquelle. Sobald ich meine Stallluft in der Nase habe, fällt sämtlicher Stress von mir ab. Wie es mir sonst nie gelingt, existiert für mich dann nur das Hier und Jetzt.

Aus den Reitstunden nehme ich ein positives Gefühl, das noch einige Zeit fortdauert, mit in den Alltag. Es hat sich ergeben, dass das Reiten ein wesentlicher Teil meiner persönlichen - zufällig entstandenen - Burnout-Prävention war. Dazu gehört auch das Selbst- Coaching: ein klares Ziel vor Augen (und sei es in der Reithalle nur von der Maus zur Kerze), eindeutige Ansagen, entschlossen handeln und "dranbleiben, Christine!". Es wirkt!

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Meine Reitlehrerinnen Julia und Joana schätze ich gleichermaßen. Die Art des Unterrichts, Einfühlungsvermögen, Kompetenz, Liebe zu ihren Pferden, Spaß an ihrer Arbeit - bei alledem bemerke ich keinerlei Unterschiede.

Nicht zu vergessen: Hegri, Notfary, Geysir, Ragin und Tyson. Sie sind für mich interessante, liebenswerte, manchmal herausfordernde, dabei freundliche und zuverlässige Partner. Sofern sie nicht im Ruhestand oder anderweitig beansprucht sind, freue ich auf viele weitere Stunden mit ihnen. Schließlich gibts für mich noch jede Menge zu lernen.

Christine Reuner
April 2010

» Simone Weithöner, April 2010

Vor ca. 4 Jahren habe ich mit dem Reiten angefangen. Obwohl OWL als „pferdefreundlich“ bekannt ist, ist es dennoch recht schwer als Erwachsener – zudem noch ohne eigenes Pferd – einen guten Reitlehrer, bzw. qualifizierten Reitunterricht zu finden. Wer kennt nicht den wild vor sich hin schreienden Reitlehrer oder die -nennen wir sie mal- „recht eigensinnigen“ Schulpferde? Ich denke diese Erfahrungen werde ich nicht allein gesammelt haben.

Im Jahr 2008 kam ich dann zu Linne´s und nehme seit über einem Jahr an Joana Röthemeyers Reitunterricht teil. Mit steigender Begeisterung! Durch die kleinen Gruppen (meistens sind wir 4 Teilnehmer) kann sie besonders gut auf jeden einzelnen Schüler eingehen. Sowohl in der Theorie, die man so ganz nebenbei auch noch lernt, vermittelt Joana die Aufgaben und Lektionen sehr gut. Wenn die Vorstellungskraft mal nicht ausreicht; dann wird auch kurzerhand mal vorgeritten. Was mir besonders gut gefällt ist, dass das Wohl der Pferde stets berücksichtigt wird und jeder Reiter individuell geschult wird. Sie hat ein absolutes Händchen für jeden Schüler und schafft es, dass man nach dem Unterricht hochmotiviert vom Pferd steigt! Für mich ist es der beste Reitunterricht den ich je kennen gelernt habe! Mit Spaß und Freude gutes Reiten lernen, dabei das Wohl des Pferdes im Augenmerk zu haben und zu verstehen wie Pferde denken – und das alles auch noch positiv vermittelt zu bekommen – davon träumt das Reiterherz!

Simone Weithöner
Herford, 13. April 2010

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